So unterschiedlich auch alle Figuren und deren Beziehungen sind - seien es die Gastgeber, deren nicht mehr funktionierendes Sexleben die Ehe zu zerstören droht, die Affaire zwischen dem Arzt Maxwell und Dulcy, einer erfahrenen Krankenschwester, oder das Genie Leopold mit seiner von Erotik strahlenden Verlobten Ariel - alle fühlen sich von ähnlichen Problemen geplagt: dem unerfüllten Verlangen nach Liebe und Zärtlichkeit.
Süßlich umschmiegt vom Zauber sternenfunkelnder Sommernächte scheinen verwelkte Liebschaften wieder aufzublühen, entfacht sich in kühlen Seelen das Feuer der Leidenschaft und dem Einen oder Anderen dürstet es schon mal nach der Triebhaftigkeit eines prähistorischen Neandertalers.
Während sich im Spiel der Begierden plötzlich völlig neue Liaisons ergeben und die Figuren von ihren Gefühlen hin - und hergeworfen werden, keimem natürlicherweise auch Zweifel und Ungewissheit auf:
Kann es Liebe geben ohne Sex? - Kann es Sex geben ohne Liebe? Lassen sich verpasste Gelegenheiten irgendwann genau so nachholen?
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Regie
"Eine Mittsommernachts-Sex-Komödie" wurde von Woody Allen für das Jahr 1905 geschrieben. Dementsprechend ist auch der Text - was das Thema Sex angeht - eher etwas konservativ. Es wird mit überholten Moralvorstellungen gespielt, so gilt z.B. Sex vor der Ehe schon als anstößig. Der gleichnamige Film aus dem Jahr 1982 hat mittlerweile auch schon über 20 Jahre auf dem Buckel. So werde ich versuchen, etwas den Staub aus dem Stück zu klopfen. Denn danach bleibt ein Werk mit einem sehr aktuellen Bezug übrig. Das Grundthema "Sex" ist momentan wahrscheinlich präsenter denn je. Wie viele Werbungen kokettieren mit erotischen Bildern? Wie viele Talk-Shows diskutieren täglich Sex in all seinen Facetten? Nicht umsonst hieß eine der erfolgreichsten Fernsehserien der letzten Zeit "Sex and the City". Und wenn man nun die "Mittsommernachts-Sex-Komödie" mit dieser Fernsehserie vergleicht, sieht man mehr Parallelen als nur das gemeinsame "Sex" im Namen. Was hat es nun mit diesem "Oversexing" auf sich? Sex und Liebe scheinen sich mehr und mehr im Licht der Medien zu trennen. Und genau hier liegt der aktuelle Bezug des Stücks, das verschiedenste erotische Verwicklungen und die seelischen Konsequenzen durchspielt, gepaart mit witzigen Seitenhieben auf die "Upper Class".
Die Inszenierung wird daher auch nicht 1905 sondern hundert Jahre später angesiedelt sein.
Über Woody Allen
Woody Allen, bürgerlich Allen Stewart Konigsberg, wurde am 1. Dezember 1935 in Brooklyn, New York geboren. Woody Allen ist Komiker, Regisseur, Autor, Schauspieler und Musiker. Neben über 40 Filmen als Drehbuchschreiber und Regisseur hat Woody Allen unzählige Erzählungen, Theaterstücke und Kolumnen geschrieben und ist nebenbei begeisterter Jazzmusiker.
Den Oscar erhielt Allen dreimal. 1978 für „Der Stadtneurotiker“ in den Sparten bester Regisseur und bestes Drehbuch, 1986 mit „Hannah und ihre Schwestern“ ebenfalls für das beste Drehbuch. Allen nahm die Auszeichnungen allerdings nie persönlich entgegen. Insgesamt wurde er einundzwanzigmal für den Oscar nominiert.